Was ist Nuklearmedizin?

In der Nuklearmedizin werden radioaktiv markierte Arzneimittel zur Diagnostik und zur Therapie bestimmter Erkrankungen eingesetzt.

Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen werden mit Hilfe von radioaktiven Substanzen und einem speziellen Aufnahmegerät (Gammakamera) bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar gemacht. Hierdurch ist es möglich, nicht nur die Größe und Veränderungen in einem Organ darzustellen, sondern auch Aussagen zur Funktion zu gewinnen. In der Diagnostik wird am häufigsten der radioaktive Stoff Technetium (99mTc) verwendet mit einer relativ kurzen Halbwertszeit von 6 Stunden.

Die Abklärung von Erkrankungen oder Veränderungen in der Schilddrüse erfordert oft eine nuklearmedizinische Untersuchung (Schilddrüsenszintigraphie). Ein Teil der Schilddrüsenerkrankungen kann durch eine nuklearmedizinische Therapie (Radiojodbehandlung) behandelt werden.

In unserer Praxis führen wir
Schilddrüsenszintigraphien,
• sowie die Indikationsstellung zur Radiojodtherapie, Vorbereitung und erforderliche Nachuntersuchungen durch.


Schilddrüsenszintigraphie

 
Die Schilddrüsenszintigraphie ergibt Aufschluß über die Funktion von Knoten und des gesamten Organs. Die Unterscheidung von Knoten mit vermehrter Funktion („warm" oder "heiß“) und Knoten mit verminderter Funktion („kalt“) ist entscheidend für die Festlegung der weiteren Diagnostik und Therapie. Kalte Knoten sollten weiter abgeklärt werden, u.a. durch eine Feinnadelpunktion. Warme oder heiße Knoten können durch eine Radiojodtherapie behandelt werden.









Beispiele Schilddrüsenszintigraphie: Bild links, Normalbefund; Bild Mitte, "heißer" Knoten; Bild rechts, "kalter" Knoten.



Zur optimalen Beurteilung der Schilddrüsenszintigraphie ist ein direkter Vergleich mit der Ultraschalluntersuchung, die Beachtung von klinischen Befunden und der Labordiagnostik notwendig. In unserer Praxiswerden i.d.R. Ultraschalluntersuchung, Szintigraphie und Labor am gleichen Untersuchungstag oder zeitnah durchgeführt.


Radiojodtherapie

Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod-131 verabreicht, das durch spezifische Mechanismen in die Schilddrüsenzellen aufgenommen wird und dort direkt durch die radioaktiven Strahlen wirkt. Andere Organe nehmen das radioaktive Jod nicht oder kaum auf, daher hat die Therapie keine relevanten Risiken oder Nebenwirkungen. Es ist jedoch eine Vorbereitung für die Radiojodtherapie (Dosisberechnung) und für die Durchführung eine stationäre Aufnahme in einer speziellen Radiojodstation notwendig. Die Aufenthaltsdauer beträgt aus Strahlenschultzgründen mindestens 48 Stunden.
Die Radiojodtherapie wird sowohl zur Behandlung gutartiger Schilddrüsenerkrankungen (heiße Knoten, Überfunktion der Schilddrüse) als auch bei bestimmten bösartigen Schilddrüsenerkrankungen (differenziertes Schilddrüsencarcinom) nach vorausgegangener Operation eingesetzt.